Marion’s history…

ist voll von überraschenden Wendungen.

Wie alles begann… Es begann mit der Schenkung einer Wandergitarre zum 12. Geburtstag. Diese wurde von mir höchstpersönlich himmelblau lackiert und mit kleinen weißen Wölkchen verziert (dass ihr Klang damit im A... war, wurde mir erst später bewusst...). Ich versuchte, ihr Töne zu entlocken, kaufte „Peter Bursch’s Gitarrenbuch“ (ja, das mit der wabbeligen Platte…), " Beatles Complete" – und quälte meine Umwelt - zunächst in Gestalt meiner Eltern, meiner Schwester und eines Wellensittichs namens Linus. Mein erstes echtes Musikstück, das ich spielen konnte, war „Angie“ – da kann man mal sehen! Anläßlich eines Schulfestes des Isolde-Kurz-Gymnasiums Reutlingen (dessen Schülerin ich damals war) gründete sich spontan eine Band namens „Rampant“ – soll irgendwas „Wildes“ gewesen sein… und ich spielte Bass, weil keiner Bass spielen wollte. Wir waren 14, voller Elan und frei von Angst und Können. Ich wollte eigentlich nicht singen – aber die Jungens bekamen zwei Tage vor dem großen Gig ihren wohlverdienten Stimmbruch – und so durfte ich – als einziges Mädchen in der Band – eben den Gesangspart übernehmen. Wir spielten „Apache“, „Lady in Black“ und „Surfin USA“ – bis meine zarten Fingerchen bluteten, weil sie die harten Saiten des halbakkustischen Framus-Basses nicht gewohnt waren. Diesen hatte ich im Musikladen von Max Herfert käuflich erworben. Max war auch so nett, mir die ersten Läufe auf dem Bass zu zeigen und hat mir erklärt, wie man auch über ein altes Röhrenradio prima Bass spielen konnte! Nochmals vielen Dank dafür - auch im Namen meiner Eltern !!! Just bei diesem ersten Auftritt hörten meinen zaghaften Gesang ein paar Jungens vom Kepler-Gymnasium in Reutlingen – und dachten: "Das ist ausbaufähig!" Ich wurde sofort abgeworben – was mir lange Zeit sehr böse Blicke meiner Mitmusiker eintrug… - und landete ohne Bass bei „Ridschi Baddermilk änd his Alkoholix“. Dort blieb ich bis kurz vor dem Abitur. Wir spielten viel Stones, aber auch „Stairway to heaven“ – (wobei die Schwester des Gitarristen Querflöte blies…) Die Band trennte sich und die meisten Musiker gingen musikalisch weiter ihre Wege. Mit von der Partie waren Stefan Mauer, Toni Tauscher, Klaus-Dieter Erkert und Hans-Georg Lutz.

Während des Anfangsstadium des Studiums in Freiburg lagen die musikalischen Ambitionen etwas auf Eis, kurze Gastspiele meinerseits gab es bei Bottoms Up . 1984 war dann das Jahr, das nicht nur für Orwell ein besonderes war: Ich trat einer gleichnamigen Band „Eighty-Four“ bei – und es war heavy music, was herauskam. So eine Art Vorläufer von Nightwish, da ich einfach keine Rockröhre, sondern eine (inzwischen ausgebildete) Alt-Stimme besaß. Nach dem Ausflug ins Metalfach trat ich 1986 einer Tübinger Formation namens „Die Schönen und das Tier“ bei. Die Studenten waren musikalisch sehr inovativ und Deutsch war unsere Sprache. Als die ersten ihre Examen hatten, trennten sich unsere Wege und ich gründete mit Hartmut Lenski (bass), Dieter Kübler (drums) und Klaus Pirner (lead guitar) eine Band, die sich „Marion’s Muddy Muffins“ nannte. Diese bestand 10 Jahre. Wir spielten Pretenders, Bluesbrothers und alles, was uns ge- und einfiel. Eine unerwartete Wendung ergab sich, als für ein Projekt zu einem runden Geburtstag daraus eine Deutsche Schlagerband formiert wurde, die so viel Anklang fand, dass daraus dann – in mehreren Schritten und Umbesetzungen – die „Wirtschaftswunder Schlagerrevue“ entstand. Aus Spaß wurde Ernst, die Auftritte für unser Wirtschaftswunder häuften sich. Nachdem die Muffins anfangs noch parallel gelaufen sind, wurden sie dann "zerschlagen". 14 Jahre war ich "the voice of Helga – the blonde stupid Puppet" !

Als ein Freund und langer Weggefährte (Daddes Gaiser) starb, ohne dass wir unser „Duett-Projekt“ hatten verwirklichen können, war es Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen und musikalisch nur noch genau das zu tun, wozu ich auch wirklich Lust hatte: Das war zunächst einmal NICHTS! (Fast 4 Jahre lang…) Das "Nichts" wurde durchbrochen durch Gastspiele bei der SWR4 Bigband und der Shakin‘ Daddes Band (wo ich die Zweitbesetzung war). Aber das war es noch nicht. Nachdem das NICHTS überwunden war, ergab es sich, dass ich von den wackeren Jungs von „RETIRED SOON“ aus Tübingen hörte, die Liverpool beglückt hatten – und ich dachte: Die haben Mumm! Wie Rentner sehen die nicht aus und sie spielen auch nicht so! Mir gefiel ihr Feuer und dass das Musikmachen ihnen ein echtes Bedürfnis war. Ihre Freude steckte an – und ich war infiziert. It’s a pleasure to be with these guys – now and evermore!!

Ich spiele noch immer ab und zu Gitarre, ein wenig Keyboard und wenn ich wütend bin auch schon mal Schlagzeug (zu Hause im Kämmerlein…) Ich besitze eine butterscotch-blonde Telecaster, eine weiße Stratocaster und einen VOX AC 30 (original aus den 60ern). Wenn ich noch etwas vergessen habe, so ist das beginnender Alzheimer.